Titisee-Neustadt packt an: Bürgerbeteiligung zum Stadtentwicklungskonzept beginnt

Die Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes mit dem Zielhorizont 2035 für die Stadt Titisee-Neustadt beginnt. Bürgerinnen und Bürger werden von Anfang an aktiv mit einbezogen. Offizieller Start ist eine Postkartenaktion am 17. September 2020. Die öffentliche Bürgerversammlung findet am 15. Oktober 2020 statt.

Dass Papier bekanntlich geduldig ist und Stadtentwicklungskonzepte in vielen Kommunen manchmal eher schleppend umgesetzt werden, ist allgemein bekannt. Die Stadt schlägt deshalb einen für sie bislang ungewöhnlichen Weg vor, wie ein Leitbild für das Jahr 2035 mit klaren Zielsetzungen und konkreten Maßnahmenpaketen entwickelt werden soll.
„Wir möchten konsequent Politik, Verwaltung, Vereine und Schlüsselakteure und natürlich die breite Bürgerschaft beteiligen. Gemeinsam soll ein Konzept entwickelt werden, das dann auch umgesetzt wird“, erläutert Bürgermeisterin Meike Folkerts ihren Ansatz und unterstreicht dies mit einem „Wir packen das jetzt gemeinsam an!“. Ihr Ziel ist es, so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich zu aktivieren, die Zukunft ihrer Stadt mitzugestalten. Eigeninitiativen und der Zusammenhalt untereinander soll gestärkt werden, um die Stadt fit für die Zukunft zu machen. Im Frühsommer gab der Gemeinderat hierfür bereits grünes Licht und wählte mit DIALOG BASIS aus Tübingen eine Agentur aus, die den Beteiligungsprozess begleiten wird.

Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung startet auf mehreren Kanälen

Bereits jetzt werden informelle Vorgespräche mit den Gemeinderatsfraktionen und unterschiedlichsten Schlüsselakteuren der Stadt nach dem Zufallsprinzip geführt. Bürgerinnen und Bürger, lokal ansässige Unternehmen, die vielen aktiven Vereine Titisee-Neustadts, Bildungseinrichtungen und soziale Akteure werden intensiv in die Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes einbezogen. Aus diesen Vorgesprächen ergeben sich bereits erste zentrale Handlungsfelder. Auch der Gemeinderat wird hierzu in einer Klausurtagung beraten und sich einbringen.

Der Höhepunkt für einen breiten Beteiligungsansatz, der allen Bürgerinnen und Bürgern offensteht, erfolgt dann in Form einer öffentlichen Bürgerveranstaltung am Donnerstag, den 15. Oktober 2020 im Kurhaus am Titisee. Hier werden die zentralen Herausforderungen diskutiert, Anregungen und möglichst konkrete Projektideen gesammelt und priorisiert. Zu der Veranstaltung wird noch einmal zusätzlich über die Presse und das Amtsblatt eingeladen. Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus wird eine Voranmeldung erforderlich sein, da die Veranstaltung unter Hygiene-Schutz-Maßnahmen erfolgen wird. Um möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern die Teilnahme an der Bürgerversammlung zu ermöglichen, wird die Versammlung digital übertragen. In verschiedenen Ortsteilen werden kleinere Versammlungen dann per Videokonferenz der Hauptversammlung zugeschalten. Die Konferenz kann auch von Zuhause aus besucht werden.  

Anschließend folgen aufsuchende Dialoge in allen Ortsteilen. In Neustadt, Titisee, Rudenberg, Schwärzenbach, Waldau, Jostal und Langenordnach kommen wir mit Menschen ins Gespräch, um ihre Anregungen aufzunehmen. „Dies kann z.B. in einer Kita, im Seniorentreff, in den Schulen oder im Jugendtreff, bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Verein oder vor dem Supermarkt sein“, erläutert Dr. Antje Grobe von DIALOG BASIS die Vorgehensweise. Es geht ihr darum, möglichst viele Menschen zu erreichen – auch diejenigen, die sonst eher selten große Bürgerveranstaltungen besuchen.

Digitale Beteiligung erwünscht

Auch digital sollen verschiedene Formate wie Umfragen, Ideenpool und soziale Medien genutzt werden. Interessierte können auf Facebook, Instagram und Twitter über dem Hashtag #titiseeneustadtpacktan zum Projekt in Interaktion treten. Auch hier können die Bürgerinnen und Bürger mit dem Projektteam direkt in Kontakt kommen. Eine umfassende Projektwebseite, die zu allen Schritten des Stadtentwicklungskonzeptes berichten wird, ist derzeit im Aufbau. Fragen und Anregungen zum Projekt können auch per E-Mail eingebracht werden (mikko.rissanen@dialogbasis.de).

Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ gefördert.

Was macht den Titisee-Neustädter Beteiligungsprozess besonders?

Die Stadt Titisee-Neustadt braucht keinen Bauplan für die Schublade. Aktive Bürgerdialoge und transparentes, nachvollziehbares Verwaltungshandeln, dass sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert, soll sich langfristig als Leitbild für Politik und Verwaltung verfestigen.

Neudeutsch wird für diese Haltung der Begriff „Open Government“ verwendet.

„Open Government“ – Was verbirgt sich hinter diesem englischen Fachbegriff? Auch bei der Gemeinderatssitzung im Juli 2020 stieß die Bezeichnung zunächst auf Verwunderung.

Open Government steht für eine offene und bürgernahe Stadtverwaltung und Stadtpolitik, die auf den Grundpfeilern von transparentem Handeln, kontinuierlicher Bürgerbeteiligung, digitalen Technologien, innovativem Denken und bürgerschaftlichen Kooperationen steht.

„Dieser Prozess beginnt bei unseren Mitarbeitern und den politischen Akteuren und endet in fertigen Investitionsprojekten – wir stehen hier an einem Anfang, einem Neuanfang“, so Bürgermeisterin Folkerts. Das Gemeinwohl im Blick zu haben, bedeutet für sie, nicht einmalig in einem Stadtentwicklungsprozess in einen Dialog zu treten, sondern durch transparente Neuerungen den Dialog aufrechtzuhalten.Mit der ausschließlich öffentlichen Haushaltsdiskussion 2020, der öffentlichen Vergabe von Bauplätzen „An der Fehrn III“, Streaming-Angeboten, aktiver Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, wöchentlichen Bürgersprechstunden in allen Ortsteilen und einer bürgernahen und unbürokratischen Kommunikation der Verwaltung, sind erste Bausteine gesetzt.Als Teilnehmer am Modellvorhaben „Regionale Open Government Labore“ des BMI möchte die Stadt Titisee-Neustadt die beschriebenen Grundpfeiler in der Stadt stärken und direkt im Beteiligungsprozess des Stadtentwicklungskonzepts anwenden. Aus diesem Grund startet schon am 17. September 2020 eine Postkartenaktion, bei der alle Bürgerinnen und Bürger Ihr „Nummer Eins-Merkmal“ einer bürgernahen und modernen Stadtverwaltung/-politik wählen können. Die Postkarten liegen den Amtsblättern bei und können an verschiedenen Stellen im ganzen Stadtgebiet abgegeben werden.

Ansprechpartner:

Meike Folkerts, LL.M.
Bürgermeisterin der Stadt Titisee-Neustadt
Stadt Titisee-Neustadt
Pfauenstraße 2 – 4
79822 Titisee-Neustadt
Tel. 07651/206-111
E-Mail: folkerts@titisee.de

Verena Hog
Projektleitung Stadtentwicklungskonzept
Stadt Titisee-Neustadt
Pfauenstraße 2-4
79822 Titisee-Neustadt
Tel.: 07651/206-124
Fax: 07651/206-4124
E-Mail: hog@titisee.de

Dr. Antje Grobe M.A.
Unternehmensleitung
DIALOG BASIS
Breitwasenring 15
72135 Dettenhausen
Tel:  07157/721-3310
Fax: 07157/721-1850
E-Mail: antje.grobe@dialogbasis.de
www.dialogbasis.de

Mikko Rissanen
Projektmanager
DIALOG BASIS
Breitwasenring 15
72135 Dettenhausen
Tel:  07157/721-33170
Fax: 07157/721-1850
E-Mail: mikko.rissanen@dialogbasis.de
www.dialogbasis.de
 

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